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Vorwort

In vielen Ortschaften des Altenburger Landes entstanden Anfang des 20. Jahrhundert aus den primitiven Organisationsformen des Feuerlöschwesens "Freiwillige Feuerwehren". Bis dahin setzten sich die Bewohner in ihren Wohnsiedlungen, Orten und Nachbardörfern, mit einfachen Mitteln zur Wehr, indem man sich zu Spritzenverbänden oder Rotten zusammenschloss und man bereits Pflichtfeuerwehren organisierte.
In den zwischenzeitlich herausgebildeten Turnervereinen, größerer Gemeinden und Städten, ging der Gedanke aus, Rettungs- u. Löschdienste auf freiwilliger Basis zu bilden, um dem gewachsenen Schutzbedürfnis der Bevölkerung Rechnung zu tragen.
Das alles führte auch im Altenburger Land zur Bildung von Freiwilligen Feuerwehren.



1853



Feuerlöschordnung aus dem Ortsteil Hartha.

Die älteste vorliegende Feuerlöschordnung der Gemeinde ist die des Ortsteiles Hartha vom 12. Januar 1853. Zur damaligen Zeit wurden handdienstliche Einwohner (Handbauern u. -arbeitern) in 3 Rotten eingeteilt. Eine Rotte bestand aus dem Rottenmeister und fünf Rottenmännern.
Rottenmeister der 1. Rotte war Jacob Thöner, der 2. Rotte Gottfried Müller und der 3. Rotte Michael Pfau.
Die Rottenteilung wurde bei Bränden im eigenem Ort nicht angewendet. Da muss sich "jeder, ohne Unterschied der Person und des Standes" von der Ortsobrigkeit zum Retten, Löschen, Wasserschöpfen, Wasserschleifen oder zum Wachen bei den geretteten Sachen anstellen lassen.
Die Feuerlöscheimer haben die Handdienstverpflichteten auf eigene Kosten anzuschaffen und zu pflegen, die Feuerhaken gehören der Gemeinde.
Der Nachtwächter ist verpflichtet, bei Ausbruch des Feuers unter stetem Blasen den Ort von einem Ende zum anderem zu durchgehen und auf dem Rückweg des Nachts nicht Wachgewordene besonders zu wecken. Dabei gibt es bei Blasen Unterschiede: brennt es in Hartha, muss unausgesetzt geblasen werden; ist das Feuer in einem Nachbarort, wird in eilig aufeinanderfolgende Stößen geblasen und bei weiter entfernten Bränden mit längeren Zwischenräumen.



1903



Bildung des Spritzenverband Großbraunshain.

Die Gemeinden Großbraunshain, Lumpzig, Hartha und Braunshain mit dem Gutsbezirk bilden einen Verband zur Beschaffung und Unterhaltung der Feuerlöscheinrichtung unter dem Namen "Spritzenverband Großbraunshain" mit dem Sitz der Verwaltung in Großbraunshain. In späteren Gemeindebeschlüssen wurde ab 1912 pro Mann ein Stundenlohn von 25 Pfennigen ausgezahlt, dieser wurde bis 1925 auf 35 Pfennige erhöht. Die Gespanne erhalten 4 Mark pro Stunde.



1930



Beschaffung einer pferdebespannten Handdruckspritze.

Diese stand vermutlich im damaligen Spritzenhaus Großbraunshain, welches aus Holz gebaut war und in dem früher auch die aufgegriffenen Landstreicher und Tagediebe über Nacht eingesperrt wurden.

Handdruckspritze der FF Großbraunshain



1931



Übergabe der alten Handdruckspritze in die Gemeinde Hartha.

Die Gemeinde beschloss, die überzählige alte Handdruckspritze der Gemeinde Großbraunshain der Gemeinde Hartha zu übergeben. Sie wird vorläufig bei Karl Naundorf untergestellt, bis ein leichtes Bretterhaus dafür gebaut wird. Als Spritzenmeister wurde Schmiedemeister Erich Thieme und als dessen Stellvertreter Artur Plaul gewählt.



1936



Feuerlöschwesen wird neu aufgebaut.

In einem Schreiben, vom Thüringer Kreisamt, wurden die Gemeinden aufgefordert das Feuerlöschwesen neu aufzubauen. Daraufhin wurde der damals bestehende Feuerlöschverband Großbraunshain aufgelöst und eine Freiwillige Feuerwehr mit Sitz in Großbraunshain gegründet.



19.09.
1936



Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Lumpzig.

Die Ortschaften Lumpzig, Braunshain, Hartha und Kleintauscha bilden zusammen mit Großbraunshain eine Wehr.
Erster Ortswehrführer war Erich König.
Das Spritzenhaus stand in Großbraunshain gegenüber der ehemaligen Schule.
Der heutige Ortsteil Prehna bildete mit Meucha (heutiger OT von Dobitschen) und Graicha (heutiger OT von Wildenbörten) eine gemeinsame Wehr. Das Spritzenhaus steht, heute ungenutzt, noch am Ortseingang von Prehna.
In beiden Spritzenhäusern stand jeweils eine Handdruckspritze.
Erstmalig wurde die Feuerwehr uniformiert, mit einem Kostenaufwand von ca. 320 RM. Der Ortsteil Lumpzig hatte 4 Mann einzukleiden.

Spritzenhaus Großbraunshain, um 1953

Spritzenhaus Prehna, 2007



1938



Mit Stand 28.06.1938 besteht die Feuerwehr Lumpzig aus:

Mannschaft
1 Brandmeister, 4 Löschmeister, 1 Oberfeuerwehrmann, 20 Feuerwehrmänner

Gerätschaften
1 Handdruckspritze, 2 Handlampen, 1 Feuerleiter, 2 Feuerhaken, 1 Beil, 2 Strahlrohre, 12 Druckschläuche, 3 Saugschläuche, 13 Giersbergkupplung, 8 Resverdichtungsringe

Bücher
2 Thüringer Feuerwehrzeitungen, 2 Übungsordnungen, 1 Unfallverhütungsvorschrift



um
1940



Anschaffung der ersten, tragbaren Motorspritze (TS 8/8, Typ Flatow).

Die Motorspritze wurde erstmals 1946, beim Brand Kirmse in Hartha, eingesetzt. Maschinist dieser Pumpe war Erich Lamprecht.

Erich Lamprecht



1945



Mangel an Männern, infolge des zweiten Weltkrieges.

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurden 6-8 junge Mädchen von Willy Simon an der Handdruckspritze ausgebildet (bei Weigerung Gefängnisstrafe). Spritzenübungen und Prüfung erfolgte an Pitschels Teich in Großbraunshain. Rottenführer war Gertrud Koza, dabei waren noch Gertrud Naundorf und vermutlich Edith Sparbrod. Es brannte aber in dieser Zeit nicht.



1956



Bau und Einweihung des kleinen Gerätehauses in Lumpzig.

Mit der Einweihung des Gerätehauses wird der Standort Großbraunshain aufgegeben. Fortan wurde der Brandschutz, mittels einem Tragkraftspritzenanhänger (TSA), von Lumpzig aus sichergestellt. Der TSA und die persönliche Schutzausrüstung wurden im Gerätehaus untergebracht. In der benachbarten LPG (Landwirtschaftliche Produktions Genossenschaft) fanden viele Lumpziger Kameraden Arbeit. Somit war eine gute Einsatzbereitschaft gewährleistet. Im Alarmfall wurde der TSA mit einer Zugmaschine aus der LPG gezogen.

Richtfest

Übung Lumpzig

Gruppenbild, Ende 1950er Jahre



1961



Bau des Feuerlöschteich am Kuhstall in Lumpzig.


Kontrolle des Löschteiches, um 1962



1962



Bau des großen Gerätehauses in Lumpzig.

Da auch in der DDR die Motorisierung der Feuerwehren vorangetrieben wird, bietet das kleine Gerätehauses nicht mehr genügend Platz, um ein Löschfahrzeug unterzustellen. Das große Gerätehaus wurde, fast nur mit Eigenleistungen der Kameraden, gebaut. Am 01. Mai 1963 wurde mit dem Spielmannszug Lumpzig Richtfest gefeiert.

Bauarbeiten

Richtfest, 01. Mai 1963



1964



Anschaffung des ersten Löschfahrzeuges.

Als erstes Löschfahrzeug wurde ein LF-LKW-TS8-STA auf LO 1800 A angeschaft. Das LF bot Platz für eine Löschgruppe und deren erforderliche Technik. Im Schlauchtransportanhänger wurden 640m gekuppeltes B- Schlauchmaterial mitgeführt. Dies trug zur wesentlichen Verbesserung der Brandbekämpfung teil, da Löschwasser immer über längere Wegstrecken gefördert werden musste.

LF-LKW-TS8-STA auf LO 1800 A



um
1965



Gründung einer Jugendlöschgruppe.

Schon in den Schulen ging man auf Nachwuchssuche, dort gründete man die Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer". Hieraus bildeten sich in der Folge, die ersten Jugendfeuerwehren in der DDR.

Jugendlöschgruppe Lumpzig, 1966
vorn v.l.: R. Wandke, D. Nikelat, H.-J. Mätzsch, R. Kämpfer
hinten v.l.: B. Starke, K. Vogelsteller, J. Petzold, F. Vogelsteller,
G. Sölch

Schauübung, 1966



1966



30 jähriges Bestehen der FFw Lumpzig.

Anlässlich des 30. Gründungsjahres unserer Wehr, wurde eine Schauübung am "Feierabend Heim" (Pflegeheim) durchgeführt. Hier nahmen unsere Nachbarwehren, unter Anderem die FFw Dobitschen, teil.







1970/
1980



Kreisausscheid im Löschangriff.

In den 70er und 80er Jahren kam in der DDR der Feuerwehrsport auf, auch im Kreis Schmölln war das Interesse sehr groß. Die Lumpziger Kameraden nahmen mehrfach, mit guten Erfolgen, teil.

1981 Hainichen bei Gößnitz

1983 Hainichen bei Gößnitz, 3. Platz



1985



Schauübung anlässlich 50 Jahre FFw Dobitschen.

Kameradschaft, wurde in der Feuerwehr früher schon groß geschrieben, so luden die Kameraden der Nachbarwehr zum 50-sten ein. Bei einer Schauübung im Gelände des Volksgut zeigten die Feuerwehren ihr Können.

Wasserentnahmestelle, Plaitzer Teich

Innenhof Volksgut Dobitschen



1988



Übergabe des neuen LF8-TS8-STA

Am 19.08.1988, nach 16.948 gefahrenen Kilometern, wurde uns vom damaligen Kreiskommando Schmölln, ein neues Einsatzfahrzeug zur Verfügung gestellt. Das Löschgruppenfahrzeug löste das 24 Jahre alte LF ab, es wurde der Traditionsfeuerwehr Gößnitz übergeben, diese verkauften es aber später weiter.





1991/92



Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Lumpzig.

Nach der politischen Wende wurde die Wehr, mittels einer eigenen Satzung, neu gegründet. Nach den Wirren der Wende wurde in Lumpzig nur zöglich mit der Modernisierung begonnen. So beschaffte man lediglich 1992 neue Einsatzbekleidung. Erst im Jahr 2000 begann man mit technischen Neuanschaffungen. Seit dem ist die Feuerwehr Lumpzig auf dem besten Weg, mittels moderner Technik, ihre vielfältigen Aufgaben bewältigen zu können.



2006



Gründung der Jugendfeuerwehr Lumpzig

Mit dem Ziel Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen, beschloss man schon 2002 die Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr Dobitschen. Jugendgruppenleiter war Falko Glanz. Er gründete als Jugendwart am 01.12.2006 die Jugendfeuerwehr Lumpzig offiziell. Die Ausbildung findet nach wie vor, in guter Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr Dobitschen statt....